Montag, den 11. August
Kann man wegen seines schlechten Gewissens krank werden? Kann man sich völlig runter wirtschaften, nur weil man ein Verlangen hat? Ein Verlangen, welches wohl niemals gestillt werden kann? Ja, ja und nochmals ja. Beziehungen können einen verrückt machen. Und noch verrückter können einen die Menschen machen, die man niemals im Bett haben wird.
Unerreichbar wegen einer Grenze. Einer Grenze die sich Perversion nennt! Aber obschon ich weiss, ignoriere ich es. Ich schließe meine Augen, entspanne und stelle mir immer wieder das vor, was ich gesehen habe, aber nicht haben werde. Ein Ereignis will mir nicht aus dem Kopf gehen.
Ich saß am Wochenende in meinem Wohnzimmer und drehte mich von links nach rechts wegen meiner Migräne – die habe ich immer dann, wenn ich besonders unter Druck stehe. Das kostete mich meinen Job.
Jimmy wollte eigentlich nur eine Flasche Wein für sich drüben holen. Aber aus dem “schnell mal holen“ wurde ein „ich bleib hier und kraul dir den Kopf und den Rücken“. Er bot mir an mich zu massieren. Wer sagt da schon nein? Kein Spannen – nein reale Hände an meinem Körper! Ohne darüber nachzudenken legte ich mich bereitwillig er Länge nach auf die Couch. Als das nicht klappte missbrauchten wir den exakt passenden Schrank. Ein robuster großer Schrank, der gleichzeitig durch sein Steinfundament als Ablage dient und einiges aushält – auch mich.
Ich legte mich drauf und zunächst massierte Jimmy nur den Nacken und den Kopf. Es tat so herrlich gut. Ich spürte, wie seine Hände den Nacken hinter wanderten und meine Schultern streng umfassten – ein Gefühl wie im Paradies. Als das irgendwie nicht richtig ging – jedenfalls meinte Jimmy das – sollte ich mir den dicken Pulli ausziehen. Glücklicherweise hatte ich noch ein schwarzes Top und den passenden BH darunter an. Jetzt konnte ich seine Hände direkt auf meiner Haut spüren. Er hangelte sich entlang meiner Taille, umfasst mein Becken und massierte in der Höhe meines Steißbeins. Als er wieder mit seinen großen Händen über meine Wirbelsäule rollte und schließlich wieder meine zarten Schultern in seinen Händen hielt überkam mich ein Schauer. Das war ein Gefühl, dass mir noch bei extremen Situationen des Spannes überkam. Es war fast wie ein Orgasmus – ein Gefühl, dass die Haare sich auf den Armen aufstellen müssen. Alles andere als unangenehme ging es weiter. Wir sagten wieder einmal kein Wort. Man hörte nur die Grillen zirpen.
Ich spürte die sanften Züge und merkte wann er sich selber kaum noch halten könnte. Ich streckte mich ein bisschen und machte ein Hohlkreuz. Das viel ihm ganz offensichtlich auf, denn er fuhr zart vom Nacken bin hinunter zu meinem Steiß mit seinem Zeigerfinger. Ich wünschte mir er würde ihn weiter hinab führen – direkt zu meinem feuchten Höschen. Aber bei diesem Verlangen blieb es.
Mein Migräne-Anfall übernahm irgendwann die Oberhand und lies mich einfach einschlafen. Unfassbar, aber in der Tat bin ich in so einer Situation eingeschlafen. Aufgewacht bin ich dennoch den nächsten Morgen in meinem Bett. Mein Sohn hat mich hoch ins Schlafzimmer getragen, ausgezogen und zugedeckt – nur leider hat er sich nicht zu mir gelegt.








