Montag, der 25.08.2008

admin | Tagebuch einer Mutter | Montag, 25 August 2008

Ich möchte fortfahren ohne über den Wellness-Aufenthalt noch ein weiteres Wort verlieren zu müssen. Mein Verhalten, meine Gedanken und das dazugehörige Klischee machen mich verrückt. Sie schockieren mich. Das Spannen beherrscht mich, meine Fantasien und vor allem auch meine zukünftigen Planungen.

 

Nach dem „Dreier“ im Außenpool war ich gierig auf der Suche nach neuen, spannenden Situationen. Nur leider waren die folgenden Tage wesentlich unspektakulärer als ich es mir gewünscht hatte. Keine Fremden, keine eigenen und vor allem keine „Jimmy-Erfahrungen“. Dafür hatte es die Ankunft hier in sich. Jimmy überraschte seine Freundin mit einem Geschenk – einzig und allein für Julia war es gedacht. Oh ja, man darf – nein soll sogar – meinen Neid heraus hören. Julia hatte jetzt nicht nur Jimmy sondern auch noch einen Hund. Einen treuen Weggefährten, der auch da ist wenn Jimmy schon lange die Flucht ergriffen hat. Die anfängliche Nettigkeit dieses Mädchens erwies sich nämlich mittlerweile als falsch. Sie ist eine zickige, arrogante und manchmal sogar dominante Frau. Also das, was man sich absolut nicht für seinen Sohn wünscht.

 

Nun ja, ich konnte in der folgenden Nacht hören, wie dankbar sie ihm war. Sie stöhnte so laut, als gäbe es keinen Morgen mehr. Kommt es in heutigen Zeiten denn gar nicht mehr auf das stilvolle und vor allem lustvolle Hauchen an? In so Momenten denke ich mir, dass er bei mir wesentlich besser aufgehoben wäre. Ich stelle mir vor, wie ich dicht an seinem Ohr bin und seine feinen Härchen an meiner Oberlippe spüre. Ich würde ihm mit jedem, tiefen Stoß inniger ins Ohr raunen.

 

Stilvoll lieben – das wäre auch für Jimmy mal ein bisschen Abwechslung. Ich konnte mir es in dieser „Dankbarkeits-Nacht“ nicht verkneifen rüber zum Poolhaus zu wandern. Ich wollte sehen was ich höre. Ich wollte fühlen was ich sehe. Und ich wollt geben wonach mir war. Alles – bis auf das letzte – habe ich bekommen. Das Spannen ist eine bessere Befriedigung als jeder  beliebige Lover. Wie ich schon mal gesagt habe, es sind genug Männer am anstehen. Aber mir passt einfach keiner in den Kram. Ich will Jimmy. Ich will nicht mit ihm zusammen sein, sondern ihn einfach nur ab und an im Bett neben mir liegen haben. Ist das zu viel? Ja definitiv. Denn ich bin seine Mutter und er ist mein Sohn.  

 

Ich stand vor dem Poolhaus, machte leise die Tür auf und stieg auf Zehenspitzen die Treppen hinauf. Mir lief kurz ein Schauer über den Rücken als der kleine, neue „Julia-Liebling“ namens Nucki bellte. Die beiden ließen sich jedoch nicht davon stören.

 

Ich blickte am Türrahmen vorbei und sah die beiden. Nackt und ineinander verschmolzen. So wie man sich ein traumhaftes Liebespaar vorstellt.

Sie war wunderschön, er eine Pracht von einem Mann. Er umfasste ihre Schulter, hielt zärtlich ihren Kopf und presste seinen Unterleib immer wieder an ihren fest heran.

Ich möchte jetzt ja nicht melancholisch werden, aber es sah aus wie Poesie zum Anfassen. Mein Neid wuchs ins Unermessliche.

 

Ich wollte auch wieder jung, attraktiv und begehrenswert sein. Mit gleichbleibender Achtsamkeit und Stille verließ ich das Haus und legte mich ins Bett. Es dauerte noch lange, bis ich endlich einschlafen konnte.

 

 

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